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Naturfaser statt Synthetik – die Vorteile von Seide und Merinowolle

Lange Zeit wurden Textilien aus natürlichen Fasern von Synthetikstoffen verdrängt. Gerade im Bereich der Sport- und Winterkleidung, aber auch in anderen Sparten dominierte Kleidung aus synthetischen Fasern aufgrund ihrer funktionalen Eigenschaften. Dabei weisen natürliche Materialien ebenso zahlreiche Vorzüge auf. Das erkennen neben den Verbrauchern auch die Hersteller und führen wieder häufiger Kleidung aus natürlichen Stoffen. Der Plus-Size-Shop Emilia Lay bietet in seinem Abendmode-Sortiment zum Beispiel auch Blusen aus reiner Seide an und das österreichische Outdoor-Label Löffler verarbeitet in seiner Kleidung Naturfasern wie Merinowolle. Doch welche Vorteile bringen Seide und Merinowolle?

Seide

Seide ist eine wahre Wunderfaser. Nicht nur fühlt sich der Stoff angenehm auf der Haut an, sondern er wärmt darüber hinaus im Winter und kühlt im Sommer. Da die Faser atmungsaktiv ist und über eine geringe Wärmeleitung verfügt, wird von außen kaum Wärme an die Haut abgegeben. Hinzu kommt, dass Wärme und Feuchtigkeit leicht abtransportiert werden können und die Faser temperaturausgleichend wirkt. Weiterhin überrascht die enorme Reißfestigkeit der Faser, während sie sich leicht und angenehm auf der Haut anfühlt. Der Stoff knittert zudem kaum und trocknet schnell. Doch damit nicht genug, Seide ist außerdem perfekt geeignet für Allergiker. Denn bei der Gewinnung der Faser aus dem Kokon der Seidenspinnerraupe entstehen Stoffe, die den Kokon vor äußerlichen Einflüssen wie Tau, Milben oder Schimmel schützen. Diese Stoffe bleiben während des gesamten Herstellungsprozesses erhalten, sodass das letztlich entstehende Kleidungsstück aus Seide ebenfalls resistent gegen Milben, Schimmel und Pilze ist.

Merinowolle

Fälschlicherweise gehen viele davon aus, dass Funktionskleidung ihre Funktion deshalb erfüllt, weil die Kunstfasern extra dafür hergestellt wurden. Dabei gibt es in der Natur eine bestimmte Faser, die weitaus besser mit künstlichen Funktionsfasern mithalten kann, nämlich Merinowolle. Sie ist ein sehr nachhaltiges Material und ohne Rückstände abbaubar. Zudem muss Merinowolle nur äußerst selten gewaschen werden, da die Faser über selbstreinigende Eigenschaften verfügt und somit Schmutzpartikel gar nicht erst anzieht. Kleidung aus Merinowolle kann problemlos in der Waschmaschine bei 40 Grad gewaschen werden und ist bei niedrigen Temperaturen auch für den Trockner geeignet. Nötig ist letzteres nicht, da die Faser auch schnell an der Luft trocknet.

Doch warum eignet sich Merinowolle überhaupt als Material für Sportbekleidung? Zum einen bleibt die Wolle mehrere Tage geruchsneutral, selbst bei starkem Schwitzen. Bakterien fühlen sich im Gewebe nicht wohl und vermehren sich daher kaum. Ähnlich wie die Faser der Seide wärmt die Faser der Merinowolle bei Kälte, kühlt bei Hitze und reguliert den Feuchtigkeitstransport. Und zu guter Letzt fühlt sich der Stoff angenehm auf der Haut an, da er sich nicht statisch auflädt.

Bildrechte: Flickr Gefärbte Seide Thomas Wanhoff CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Foto/Video: Flickr

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