Kennzeichnung von Fleischprodukten
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84 Prozent für klare Kennzeichnung von Fleischprodukten im Supermarkt

Viel eindeutiger geht es kaum noch, zeigt eine aktuelle Umfrage von Greenpeace in Sachen Kennzeichnung bei Fleischprodukten auf: 74 Prozent aller Befragten wollen eine gesetzlich verpflichtende Kennzeichnung in Hinblick auf Herkunft, Haltungsform, Futtermittel und Tierwohl. Noch mehr, 84 Prozent wünschen sich jedenfalls mehr Informationen auf den Verpackungen.
„Wie die Umfrage zeigt, will die österreichische Bevölkerung endlich Klarheit in Sachen Fleisch. Die Konsument*Innen wollen auf einen Blick erkennen können, wo und wie das Tier gelebt hat, ob es leiden musste und ob es gentechnisch veränderte Futtermittel gefressen hat“, erklärt Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace in Österreich.

Gerne würde mehr bezahlt werden

Die Befragung zeigt auch, dass Tierwohl für viele KonsumentInnen entscheidend ist: Drei Viertel der Befragten gaben an, dass sie für Fleisch mehr bezahlen würden, wenn es den Tieren während ihres Lebens besser ergangen ist. Die Spanne liegt hier in der Umfrage zwischen zehn und 50 Prozent. „Für die Supermärkte liegt hier ein konkreter Auftrag auf dem Tisch – sie müssen die notwendige Transparenz herstellen und eine Fleisch-Kennzeichnung ähnlich jener bei Eiern einführen“, fordert Theissing-Matei. Bei Eiern ist solch eine transparente Kennzeichnung nach Herkunft und Haltungsform längst Realität – auf einen Blick kann erkannt werden, ob die Hühner vom Biohof oder aus Freiland-, Boden- oder Käfighaltung stammen. „Die transparente Kennzeichnung der Eier in Supermärkten ist eine echte Erfolgsgeschichte: Für uns KonsumentInnen, für die Hühner und für die österreichischen Bäuerinnen und Bauern gleichermaßen. Denn heute findet man im Kühlregal ausschließlich Eier aus Österreich und keine Käfigeier mehr“, sagt Theissing-Matei.

Auch beim Thema Gentechnik zeigt die Umfrage ein klares Ergebnis. Hier gaben 84 Prozent der Befragten an, dass sie keine tierischen Produkte – etwa Fleisch, Milch oder Eier – kaufen würden, wenn sie wüssten, dass diese mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert wurden. Darauf machte die Umweltorganisation auch kürzlich öffentlich aufmerksam: Mit lebensgroßen Schweine-Attrappen protestiert Greenpeace bei einem Ministerrat gegen gentechnisch verändertes Futtermittel im AMA-Schweinetrog. Denn noch immer würden bis zu 90 Prozent der jährlich rund 2,5 Millionen AMA-Schweine mit gentechnisch verändertem Soja aus Übersee gefüttert. Mit dem Transparent „Kein Schwein braucht Gentechnik, Ministerin Köstinger“ fordert daher die Umweltschutz-Organisation die Ministerin auf, das staatliche AMA-Gütezeichen endlich gentechnikfrei zu machen.

Die repräsentative Befragung wurde per Telefon mit 502 Befragten vom Meinungsforschungsinstitut Akonsult durchgeführt. Greenpeace hat auch die sechs wichtigsten österreichischen Supermarktketten angeschrieben und gefragt, ob sie bereit sind, eine transparente Fleisch-Kennzeichnung einzuführen. Sobald die Antworten vorliegen, werden diese veröffentlicht.

Foto/Video: Geric Cruz | Greenpeace

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Geschrieben von Helmut Melzer

Als langjähriger Journalist habe ich mir lange die Frage gestellt, was denn aus journalistischer Sicht tatsächlich Sinn machen würde. Meine Antwort darauf siehst Du hier: Option. Auf idealistische Weise Alternativen aufzeigen – für positive Entwicklungen unserer Gesellschaft.

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