Helmut Melzer
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Am Höhepunkt – Editorial von Helmut Melzer

Die Theorie der „stillen Revolution” des US-Politologen Ronald Inglehart, eines positiven Wertewandels in der Gesellschaft, ist rasch erklärt: Kann eine Gesellschaft einen gewissen Wohlstand erreichen, wendet sie sich von „materialistischen Bedürfnissen“ ab, hin zu „postmaterialistischen Bedürfnissen“. Selbstverwirklichung, Mitwirkung am Staat sowie Meinungsfreiheit und Toleranz treten in den Vordergrund.

Das wollen freilich nicht alle glauben. „Früher war alles besser”, meinte kürzlich ein guter Bekannter und ewiger Skeptiker in einer recht hitzigen Diskussion. „Wann denn?”, fragte ich nach: „Vor der Wirtschaftskrise? Letztes Jahrhundert? Damals, in der Höhle?”

Es steht fest, dass sich gerade in den letzten Jahrzehnten die Welt langsam, aber doch zum Besseren gewandelt hat. Davon können Sie sich auch in dieser Ausgabe von Option überzeugen. Bei allen weiter bestehenden Problemen, es geht voran.

Ganz so einfach geht die Inglehartsche Rechnung aber dann doch nicht auf. Der entscheidende Faktor eines hohen Bildungsgrades, der aus meiner Sicht erst einen Wertewandel ermöglicht, gilt zwar bei gesellschaftlichem Wohlstand als impliziert, ist aber – Beispiel Österreich – keineswegs garantiert: Platz 18 bei der EU-Akademikerquote. Gefühlte 30 Jahre Diskussion um eine Schul- und Bildungsreform. Das bremst jeden Wertewandel, jede positive Entwicklung. Absicht?

Keine Frage: Die Mühlen mahlen in Österreich zuweilen besonders langsam. „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.” – Das berühmte Zitat von Helmut Schmidt gilt für viele Ewiggestrige noch immer als Maxime, jeden Fortschritt zu verweigern. Das war 1980, heute schreiben wir das Jahr 2017. Am 15. Oktober wählen wir den nächsten Nationalrat. Der wird auch über bedeutende Bildungsfragen entscheiden, wie die nächste Generation an ÖsterreicherInnen die Welt sehen wird. Wählen Sie Fortschritt, wählen Sie die Zukunft!

Foto/Video: Option

Geschrieben von Helmut Melzer

Als langjähriger Journalist habe ich mir lange die Frage gestellt, was denn aus journalistischer Sicht tatsächlich Sinn machen würde. Meine Antwort darauf siehst Du hier: Option. Auf idealistische Weise Alternativen aufzeigen – für positive Entwicklungen unserer Gesellschaft. Im April 2014 erschien das Option Printmagazin (und Option Online) erstmals, und gibt es heute noch – trotz aller Herausforderungen. Im Mai 2018 startete Option als Soziales Netzwerk.

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