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Bürgerbeteiligung-Kraftwerke: Die Energiewende sind wir selbst

Wer darauf brennt den Siegeszug der Erneuerbaren Energien mitzuerleben, sollte vielleicht selbst aktiv werden. Das Modell der Bürgerbeteiligungs-Kraftwerke ermöglichst das. „Unser Kraftwerk“ erklärt, worum es dabei geht.

Ökostrom-Pioniere: Günter Grabner (l.) und Gerhard Rabensteiner, Geschäftsführer von „Unser Kraftwerk“.

„Wir sind überzeugt, dass nur auf diese Art eine Energiewende möglich ist. Studien zeigen, dass ein Großteil der Bevölkerung für eine Wende hin zu erneuerbaren Energien ist. Neben der Möglichkeit, sich eine attraktive Rendite zu sichern, hat das Modell der Bürgerbeteiligung auch einen weiteren wesentlichen Effekt. Es bildet ein Bewusstsein für Themen rund um den Klimawandeln und erneuerbare Energien“, sind die Öko-Energiepioniere Günter Grabner und Gerhard Rabensteiner, Geschäftsführer von „Unser Kraftwerk“ überzeugt.

Ökostrom-Pioniere: Günter Grabner (l.) und Gerhard Rabensteiner, Geschäftsführer von „Unser Kraftwerk“.

Und tatsächlich, abseits des ökologischen Gedankens boomen nachhaltige Investments, darunter auch die Bürgerbeteiligungs-Kraftwerke. Die Entwicklung bei „Unser Kraftwerk“ spricht da Bände: In den Jahren seit der Gründung 2013 konnten bereits 17 Sonnenkraftwerke sowie drei Kleinwasserkraftwerke errichtet werden, die jährlich acht Mio kWh sauberen Strom erzeugen. Mehr als 2.000 Haushalte werden ganzjährig mit Strom versorgt und jährlich 2.600 Tonnen CO₂-Ausstoß eingespart.

Von Kommilitonen zu Partnern

Die gemeinsame Initiative zu mehr umweltfreundlicher Energie entstand aus langer Freundschaft heraus, seit dem gemeinsamen Betriebswirtschaftsstudium in Graz. Grabner und Rabensteiner waren danach lange Zeit erfolgreich in führenden Positionen tätig. Rabensteiner ist bereits seit 2000 im Bereich der Photovoltaik und erneuerbaren Energie engagiert, Grabner seit 2009. Im Jahr 2012 entstand der Wunsch, gemeinsam den Energiesektor noch stärker zum Positiven zu verändern und die Bürger daran teilhaben zu lassen.
War es bis dahin hauptsächlich den Energiekonzernen vorbehalten, mit Strom Erträge zu erwirtschaften, so konnte hier ein Modell ins Leben gerufen werden, das es jedem Teilnehmer ermöglicht, sich nicht nur attraktive Renditen zu sichern, sondern auch aktiv an der bedeutsamen Energiewende sowie dem unumgänglichen Klimaschutz mitzuwirken.

So funktioniert Bürgerbeteiligung

Die beiden Geschäftsführer von „Unser Kraftwerk“ erklären das Modell dahinter: Die Teilnehmer von Unser Kraftwerk erwerben ein oder mehrere Photovoltaikpaneele und vermieten diese an das Unternehmen zurück. Im Gegenzug dafür erhalten sie eine attraktive Verzinsung auf ihr eingesetztes Kapital. Unser Kraftwerk erzeugt mit den Paneelen der Bürger sauberen Strom und speist diesen mit langfristig staatlich garantierten Tarifen in das öffentliche Netz ein. Eine runde Sache, die nicht nur der Umwelt, sondern auch allen Beteiligten zugute kommt.

Hinter den Kulissen

Doch wie entwickelt das Duo die einzelnen Projekte? „Alles beginnt mit der Suche geeigneter Dachflächen. Die richtige Auswahl des Daches beeinflusst erheblich die Qualität eines Projektes“, erklären die Geschäftspartner unisono. Der nächste Schritt ist die rechtliche Aufbereitung des Projektes – Dachmietvertrag, Baugenehmigung usw. – bis hin zur Erlangung des staatlich garantierten Einspeisetarifs. Nach Förderzusage wird das Projekt gebaut, ans öffentliche Stromnetz angeschlossen und den Bürgern zur Teilnahme angeboten. Im laufenden Betrieb erfolgt eine permanente Überwachung der Leistungsdaten. Seitens der Förderstelle erfolgt die monatliche Bezahlung der gelieferten Strommengen und einmal jährlich die Bezahlung der Zinsen für die Bürgerbeteiligung. Die Förderzusage erfolgt für eine Laufzeit von 13 Jahren, womit die langfristige Bewirtschaftung der Sonnenkraftwerke gesichert ist. Seitens der Bürger besteht aber keine Laufzeitbindung. Bei Kündigung wird das eingezahlte Kapital sofort rückgeführt.

Foto/Video: Unser Kraftwerk

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Geschrieben von Helmut Melzer

Als langjähriger Journalist habe ich mir lange die Frage gestellt, was denn aus journalistischer Sicht tatsächlich Sinn machen würde. Meine Antwort darauf siehst Du hier: Option. Auf idealistische Weise Alternativen aufzeigen – für positive Entwicklungen unserer Gesellschaft.

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