in

Fenster: Erneuern oder sanieren?

Fenster und Türen in Wohngebäuden sollten in Bezug auf die Wärmedämmung grundsätzlich dieselben Anforderungen erfüllen, die auch an die Außenwand gestellt werden. Gegenüber einer beispielsweise 25 Zentimeter starken Wand mit nochmals rund 20 Zentimeter Wärmedämmung darauf, beschränkt sich die Funktionsstärke beim Fenster auf lediglich fünf bis maximal zehn Zentimeter mit einem wesentlich komplexeren Aufbau.

Neue Fenster und Türen erfordern eine erhebliche Investition in den Baubestand, wenngleich der Effekt natürlich unmittelbar deutlich spürbar ist. Bei Fenstern und Fenstertüren muss man mit Neuanschaffungs- und Einbaukosten von mindestens 200 bis ca. 500 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Deshalb sollte man vor einem kompletten Austausch von Fenstern oder Außentüren die Möglichkeiten einer etwaigen Sanierung genau unter die Lupe nehmen. Diese reichen von der Sanierung der Anschlussfugen, über die Ertüchtigung der Rahmen- und Profile bis hin zur Auswechslung von Gläsern durch wärmedämmende Verbundscheiben. Bei der Sanierung geht es neben der Erhöhung des Wärmedämmwertes vor allem auch um die Luftdichtheit. Denn ein Großteil des Wärmeverlustes passiert durch undichte Fenster.

U-Wert – entscheidender Faktor

Der U-Wert (ehemals K-Wert) ist der Wärmedurchgangskoeffizient in Watt pro Quadratmeter Kelvin [W/(m2K)] und gibt den Wärmestrom an, der durch einen Quadratmeter eines Bauteils (Summe aller Einzelschichten) durchfließt, wenn die Temperaturdifferenz der angrenzenden Luftschicht ein Kelvin (entspricht einem Grad Celsius) beträgt. Je kleiner der U-Wert desto besser die Wärmedämmung.

Wärmeschutzverglasung

Moderne Fenster, Terrassen oder Balkontüren verfügen in der Regel über spezielle Wärmeschutzverglasungen, die einen U-Wert von 1,3 W/(m2K) aufweisen. Zum Vergleich: Eine Außenwand aus Mauerziegeln mit Vollwärmeschutz weißt einen U-Wert von 0,32 W/(m2K) auf. Passivhausfenster mit Dreischeiben-Isolierverglasung schaffen sogar Werte von unter 0,8 W/(m2K).

Verändertes Lüftungsverhalten

Der Neueinbau von Wärmeschutzverglasungen oder Passivhausfenstern im Altbau erfordert von den Bewohner eine konsequente Umstellung des Lüftungsverhaltens. Durch die hohe Luftdichtheit, wird feuchte Raumluft nicht mehr automatisch durch undichte Fenster und Anschlussfugen hinausbefördert. Wird die Raumfeuchte nicht durch gezieltes Lüften reduziert, steigt die Feuchtigkeit an den Wandoberflächen und an thermischen Schwachstellen an. An Stellen, die vorher nicht problematisch waren, kann sich nun Kondenswasser bilden, was in weiterer Folge zu Schimmelbildung führen kann.

Thermografie

Thermografie bezeichnet die Messung und Aufzeichnung der abgestrahlten, thermischen Energie eines Bauteils oder ganzen Bauwerks. Das passiert mit einer speziellen Wärmebildkameras. Mit einem Wärmebild lassen sich thermische Schwachstellen wie alte Fenster in der Gebäudehülle identifizieren.

Was denkst Du darüber?

Schreibe einen Kommentar

Förderung für Sanierung

Böse Fruktose?