Gefärbte Taube als Touristenattraktion
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Gefärbte Taube als Touristenattraktion

VIER PFOTEN und Tierschutzombudsstelle Wien (TOW): Bitte nicht für kriminelle Tierquälerei bezahlen

 In manchen anderen Städten würde so etwas nicht überraschen, mitten in Wien ist es allerdings mehr als erstaunlich: Eine Frau bot Touristen gegen Geld Selfies bzw. Fotos mit gefärbte Tauben an. Entsprechende Fotos – in diesem Fall wurden sie im Schönbrunner Schlosspark gemacht – wurden VIER PFOTEN vor einigen Tagen übermittelt. VIER PFOTEN warnt davor, Betrügern Geld für eine solche Tierquälerei auszugeben und rät jedem, der Zeuge einer solchen Situation wird, die Anbieter umgehend anzuzeigen.

„Es handelt sich eindeutig um Tierquälerei“, stellt VIER PFOTEN Expertin Brigitte Kopetzky klar. § 7 (6) des Österreichischen Tierschutzgesetzes ist deutlich: „Das aus ästhetischen oder kommerziellen Gründen vorgenommene Tätowieren oder Verfärben von Haut, Federkleid oder Fell ist verboten, sofern es sich nicht um eine Maßnahme zur fachgerechten Tierkennzeichnung handelt.“ Die Chemie in den Farben stellt außerdem eine Gefahr für die Vögel dar. Gegen welche Vorschriften die Frau sonst noch verstoßen hat, etwa gewerberechtliche, bleibt offen.

Gefärbte Taube als Touristenattraktion
Gefärbte Taube als Touristenattraktion

„Die Tiere werden unnötig manipuliert, um wie ein Spielzeug für vermeintlich lustige Fotos genutzt zu werden“, kritisiert Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien (TOW). „Tauben sind nicht handzahm. Wenn sie von Hand zu Hand gereicht werden, dann erstarren sie aus purer Angst. So eine Tierquälerei hat in Wien keinen Platz.“

Immer wieder wird von Anbietern das Argument genutzt, dass sie Tauben mit den Farben vor Greifvögeln schützen. Kopetzky dazu: „Es wird dadurch sogar genau das Gegenteil erreicht, denn Beutegreifer selektieren gezielt auffällige Individuen. Um einen Schutzeffekt zu erzielen, müssten Haustauben am besten so wie eine Felsentaube eingefärbt werden – oder allenfalls in Tarnfarben wie beim Bundesheer.“

Das Fazit von VIER PFOTEN Expertin Kopetzky: „Hier versucht jemand, auf primitive und verbotene Weise Geld mit Tieren zu machen. Wir möchten eindringlich davor warnen, solchen Tierquäleren auch noch Geld zu geben. Am besten ist es, sofort die Polizei zu rufen und auch zu warten, bis die Beamten eintreffen.“

Wer weitere Hinweise zu den Anbietern oder weiteren Orten in Wien, an denen die Tauben als Fotomotive feilgeboten werden, hat, kann diese zudem an die Tierschutzombudsstelle Wien melden unter post@tow-wien.at oder telefonisch unter 01-4000 75079.

Foto/Video: 4Pfoten

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1 Kommentar

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  1. Elisabeth Penz von VierPfoten berichtet heute:
    „Ich darf Ihnen zur heute erfolgten Abnahme der drei gefärbten Tauben durch die Polizei Wien (die Tiere wurden ins Tierquartier Wien überstellt) und der Anzeige der Halterin nach dem Tierschutzgesetz eine Stellungnahme von VIER PFOTEN Expertin Brigitte Kopetzky übermitteln.
    VIER PFOTEN freut sich, dass die Polizei hier konsequent gegen Tierquälerei vorgegangen ist. Damit hat sie unterbunden, dass die Frau weiterhin auf Kosten der Tiere auf primitive und verbotene Weise Geld verdienen und Touristen täuschen kann. Tauben sind nicht handzahm – sie haben große Angst, wenn sie von Menschen angefasst und herumgereicht werden. Sie aus kommerziellen Gründen zu färben, verstößt außerdem gegen das Tierschutzgesetz. Wir möchten den involvierten Beamten für ihr Engagement für den Tierschutz danken.“

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Aspirant

Geschrieben von Vier Pfoten

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