Globale Zivilgesellschaft ist erwacht
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Globale Zivilgesellschaft ist erwacht

FridaysForFuture ist die aktuell größte Initiative der Zivilgesellschaft: Inzwischen haben sich weltweit 2.238 Städte in über 120 Ländern dem Aufbegehren für den Klimaschutz angeschlossen. Alleine zum globalen Klimastreik am 15. März fanden 1.971 Demonstrationen statt – mit sagenhaften 1.287.590 Teilnehmern – allesamt SchülerInnen und StudentenInnen. „Wir alle hier stellen keine unmöglichen Forderungen, wir wollen lediglich die Einhaltung von euren Versprechen. Ihr habt dem Pariser Klimaabkommen zugestimmt, also haltet euch dran!“, fordert etwa Lena Schilling (18) am Wiener Heldenplatz.

Die deutsche Umweltorganisation Germanwatch sichtet eine Aushöhlung des generationenübergreifenden Gesellschaftsvertrag. Der Protest der Jüngeren sei eine logische und berechtigte Folge, so Christoph Bals: „Fridays for Future zeigt erstmals einen weltweiten Generationenkonflikt, der 1968 in den Schatten stellen könnte, wenn die Rechte der jungen und kommenden Generationen weiterhin ignoriert werden. Niemand sollte sich darüber täuschen, dass massive wirtschaftliche Kurzfristinteressen sowie menschliche Trägheit und Fantasielosigkeit das notwendige Handeln zu blockieren drohen.“

Konkrete Maßnahmen sind gefordert, so auch die heimischen Organisationen. Hanna Simons vom WWF Österreich fordert drei konkrete politische Maßnahmen, die auch von der heimischen Klimawissenschaft eingemahnt werden. „Wir brauchen eine echte ökologische Steuerreform, die umweltfreundliches Verhalten belohnt und fossile Energien ausbremst. Umweltschädliche Subventionen müssen rasch abgebaut und ökologisch vernünftig investiert werden. Parallel zum naturverträglichen Ausbau Erneuerbarer ist vor allem ein großes Energiesparprogramm notwendig“, sagt Simons. Die heimische Politik bekenne sich oft und gern zum Klimaschutz, mache aber in der konkreten Praxis oft das glatte Gegenteil. Simon: „Es ist komplett absurd, dass jährlich bis zu fünf Milliarden Euro für fossile Relikte wie zum Beispiel das Dieselprivileg verschwendet werden. Zugleich werden klimapolitische Irrwege forciert, von Tempo 140 über die dritte Flughafenpiste bis hin zu neuen Autobahnen.“ Fakt ist: Längst steht die globale wie heimische Politik bei Umweltbelangen gänzlich alleine.

Weitere Informationen und künftige Veranstaltungen finden Sie auf:
www.dieoption.at/aktiv
www.fridaysforfuture.org

Foto/Video: Global 2000, Gohengs

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Geschrieben von Helmut Melzer

Als langjähriger Journalist habe ich mir lange die Frage gestellt, was denn aus journalistischer Sicht tatsächlich Sinn machen würde. Meine Antwort darauf siehst Du hier: Option. Auf idealistische Weise Alternativen aufzeigen – für positive Entwicklungen unserer Gesellschaft.

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