Helmut Melzer
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Grenzwerte – Editorial von Helmut Melzer

Als idealistisches Ein-Personen-Unternehmen ohne zeitnahe Aussicht auf ein Einkommen werden mir meine Grenzen tagtäglich aufgezeigt. Und trotzdem: Auch nach inzwischen fünf erschienenen Ausgaben von Option ist die Freude an einer Arbeit mit Sinn und Ziel ungebrochen groß. Das Glücksgefühl unbeschreiblich, wenn die Finanzierung einer Ausgabe doch noch knapp gelungen ist – dank der Unterstützung einiger Unternehmen, die meinen Weg zu positiven Veränderungen begleiten.

Keine Frage: Eine Arbeit verrichten zu dürfen, die auch Freude bereitet, ist ein Privileg. Gefangen im Laufrad der notgedrungenen Erwerbstätigkeit bleibt für die Meisten wenig Spielraum für Selbstverwirklichung. Andere, mit denen es das Leben besser gemeint hat, sehen sich vielleicht dem ständigen Kampf um beruflichen Erfolg ausgeliefert. Viele erkennen aber auch, dass persönliches Glück nichts mit Einkommen und Wertschöpfung zu tun hat.

Wir sind Teil einer materialistischen Gesellschaft, die sich vorwiegend über finanzellen Erfolg definiert. Wenn man bedenkt, dass der Mensch als Höhepunkt der Evolution über Hunderttausende von Jahren einen unvergleichlichen Intellekt entwickelt hat, erscheint dies schlichtweg absurd. Unsere Idole sind Milliardäre, Hollywood-Stars, Fußball-Profis. Warum nicht Philosophen, Menschenrechtler oder Umweltaktivisten?

Die eigentlichen Grenzen setzen wir uns selbst, in unseren Köpfen. Ein Wertesystem, in das wir hineingeboren wurden, muss uns nicht ein Leben lang begleiten. Der Mensch ist geboren um Grenzen zu überschreiten.

Foto/Video: Option

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Geschrieben von Helmut Melzer

Als langjähriger Journalist habe ich mir lange die Frage gestellt, was denn aus journalistischer Sicht tatsächlich Sinn machen würde. Meine Antwort darauf siehst Du hier: Option. Auf idealistische Weise Alternativen aufzeigen – für positive Entwicklungen unserer Gesellschaft.

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