Robotern und KI: Bekommen Maschinen ethisches Gewissen? (21/37)

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Jedem zweiten volljährigen Berufstätigen bereiten Veränderungen im Arbeitsleben durch Künstliche Intelligenz Sorgen, zeigt die Studie „Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz 2018“ des IMWF Instituts für Management und Wirtschaftsforschung und des Marktforschungsinstituts Toluna: Mit 63 Prozent gaben die meisten Besorgten das Fehlen einer „menschlichen Komponente“ als Grund für ihre Befürchtungen an. 55 Prozent sehen in KI-Anwendungen eine „billige Konkurrenz“, die zu sinkenden Löhnen für menschliche Arbeit führen wird. Jeweils 46 Prozent bemängeln, dass unklar bleibt, wie eine Künstliche Intelligenz Entscheidungen trifft, oder dass Programmierfehler schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. 41 Prozent befürchten den Verlust ihres eigenen Arbeitsplatzes, 39 Prozent meinen, KI mache individuelle, kreative oder außergewöhnliche Lösungen für Aufgaben unmöglich.
36 Prozent aller Arbeitnehmer teilen diese Ängste explizit nicht. Vier Prozent erwarten sogar gar keine Veränderung des Arbeitslebens durch künstliche Intelligenz. Der verbleibende Rest hat keine klare Meinung zu diesem Thema.

Grenzen für die Maschinen
Kein Wunder also, dass der Ruf nach ethischen Rahmenbedingungen für KI immer lauter wird. Dieser Prozess ist bereits im Gange, versichert etwa Thomas Kremer, Vorstand für Datenschutz, Recht und Compliance bei der deutschen Telekom: „Kürzlich hat Google-Chef Sundar Pichai sieben Richtlinien zum ethischen Einsatz von KI veröffentlicht. Die EU-Kommission will eine „On-demand“-Plattform und ein Observatorium für KI errichten, um „den Zugang zu den jüngsten Algorithmen“ zu erleichtern. Auch soll 2019 eine Ethik-Charta kommen.“
Inzwischen geht die Entwicklung zügig voran, wie eine McKinsey-Studie verrät: 85 Prozent der Verantwortlichen aus der Automobilindustrie, dem Maschinenbau sowie der Luftfahrt- und Verteidigungsbranche gehen davon aus, dass technologische Durchbrüche wie künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge und datenbasierte Geschäftsmodelle ihr Unternehmen komplett verändern werden. Drei von vier Verantwortlichen nennen vor allem die Geschwindigkeit des Wandels als wesentlichen Faktor. Fast jeder Zweite hält auch das Ausmaß der Veränderung für noch nie dagewesen.
Dass der Prozess nicht zu stoppen ist, bezeugt schon en Faktor: Durch KI soll alleine die deutsche Wirtschaft – so Marktforscher PwC – bis 2030 um mehr als elf Prozent wachsen. Das entspricht einer Summe von rund 430 Milliarden Euro. „Künstliche Intelligenz hat das Potenzial zum ‚Game Changer‘“, sagt Christian Kirschniak, Head of Data & Analytics Advisory PwC Europe. „Dank KI-Technologien wird es in naher Zukunft viele Dinge geben, die wir uns heute nicht vorstellen können und die weit über simples Automatisieren oder Beschleunigen hinausgehen.“ Nach Branchen besonders betroffen sind die Healthcare-Branche und die Automobilindustrie, es folgen die Finanzbranche und der Transport- und Logistiksektor.

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Geschrieben von Helmut Melzer

Als langjähriger Journalist habe ich mir lange die Frage gestellt, was denn aus journalistischer Sicht tatsächlich Sinn machen würde. Meine Antwort darauf siehst Du hier: Option. Auf idealistische Weise Alternativen aufzeigen – für positive Entwicklungen unserer Gesellschaft.

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