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Nachhaltige Druckernutzung – Nachfüllbare Produkte reduzieren die Abfälle

Druckerpatronen- praktisch, aber nicht unbedingt sonderlich umweltfreundlich.
Druckerpatronen- praktisch, aber nicht unbedingt sonderlich umweltfreundlich.

Die Internetnutzung hat in den vergangenen Jahren auch in Österreich immer mehr Haushalte erreicht. Obwohl die technischen Grundlagen bereits in den 1960er Jahren geschaffen wurden, begann die Verbreitung erst in den 1990er Jahren. Inzwischen greifen mehr als 82 Prozent der Haushalte in Österreich auf das World Wide Web zu. Und 84 Prozent nutzen laut Statistik Austria regelmäßig einen Computer. Zwar enthalten die Daten keinen Hinweis darauf, wie viele der Haushalte mit einem Drucker ausgestattet sind, allerdings darf aufgrund der Praxiserfahrung davon ausgegangen werden, dass deren Anteil an der Computerausstattung in den Privathaushalten hoch ist. Schließlich ist ein Drucker heute die Grundvoraussetzung, um Schreiben an Behörden oder Unternehmen zu Papier zu bringen. Und ohne Drucker lassen sich keine Fotos ausdrucken. Besonders hoch dürfte an dieser Stelle übrigens die Verbreitung der Tintenstrahldrucker sein. Letztere punkten speziell durch die niedrigen Anschaffungskosten. Wer sich nach einem neuen Drucker umschaut, sollte aber auch an das Verbrauchsmaterial denken – besonders im Hinblick auf die Druckerfarbe und die dazugehörigen Patronen.

Müll durch leere Druckerpatronen

Tintenstrahldrucker und Laserdrucker dominieren derzeit den Markt der PC-Drucker. Beide basieren aber auf unterschiedlichen Funktionsprinzipien. Laserdrucker arbeiten mit einem Toner, der den Druck von vielen hundert Seiten erlaubt und in der Pflege als eher unkompliziert gilt. Tintenstrahldrucker können vor diesem Hintergrund nicht mithalten. Wer häufiger druckt, muss in regelmäßigen Abständen zu neuen Druckerpatronen greifen.

Je nach Größe kann es gerade im Farbdruck durchaus passieren, dass nach 300 Seiten bis 400 Seiten Ersatz zu beschaffen ist. Monochrome Patronen – beispielsweise mit schwarzer Tinte – erreichen mitunter auch deutlich höhere Seitenzahlen.

Trotzdem sind alte Druckerpatronen durchaus ein Problem. Dies soll ein einfaches Rechenbeispiel zeigen. In einem 4-Personen-Haushalt wird ein Farbdrucker benutzt. Pro Woche fallen je Person im Durchschnitt fünf Ausdrucke an, was 20 Seiten je Woche entspricht. Auf 52 Wochen hochgerechnet ergeben sich 1.040 Seiten. Bei 400 Seiten Ergiebigkeit eines Patronenkits benötigt der Haushalt drei Patronen in 12 Monaten. Aber: Vom Familienurlaub werden zusätzlich 100 Fotos ausgedruckt. Je nach Drucker entspricht dies schnell weiteren ein bis zwei Patronen.

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Drucker und Nachhaltigkeit müssen sich nicht gegenseitig ausschließen. Durch Refill-Patronen lässt sich der Müll erheblich reduzieren. Wer zudem beim Drucken versucht, die Verschwendung zu reduzieren, kann die Ökobilanz weiter verbessern.

 

 

Das Fazit: Als Haushalt muss man sich also durchaus im Klaren darüber sein, dass innerhalb eines Jahres durchaus vier bis fünf Druckerpatronen in den Müll wandern. Wie lässt sich dieses Müllproblem reduzieren?

Refill-Produkte als Alternative?

Für die Produktion von Druckerpatronen müssen die Hersteller Ressourcen aufwenden, die nach einer Entleerung der Patrone im Normalfall auf den Müll wandern. Dabei ist die Patrone – auch wenn keine Tinte mehr enthalten ist – eigentlich noch funktionsfähig. Und genau an diesem Punkt setzt eine besondere Idee des Recyclings an.

Unter der Bezeichnung Refill haben sich verschiedene Nutzungskonzepte für entleerte Druckerpatronen entwickelt. Dazu gehören:

  • Refill-Servicestationen
  • die Selbstbefüllung

Beide Optionen nutzen die verbrauchte Tintenpatrone als Basis der Wiederbefüllung. Die Selbstbefüllung beruht im Wesentlichen darauf, dass der Haushalt zu speziellen Refill-Kits greift und entsprechend der Anleitung die leere Patrone selbst nachfüllt. Allerdings entstehen hierbei verschiedene Probleme. Die Selbstbefüllung kann:

  • durch Fremdtinte zu Farbverschiebungen
  • durch Fehler beim Befüllen
  • durch Beschädigungen der Patrone

 

zu Nachteilen führen. Wer sich die Selbstbefüllung nicht zutraut bzw. den Aufwand scheut, kann zu Refill-Servicestationen greifen. Hier übernehmen Profis die Befüllung der Patrone mit entsprechendem Equipment und führen in aller Regel auch einen kurzen Test durch.

Eine weitere Alternative zur Originalpatrone wäre die Abgabe der leeren Druckerpatrone an spezialisierte Unternehmen. Nach einer Reinigung der Hardware wird diese befüllt, getestet und wieder als Refill-Produkt kostengünstig in den Handel gebracht. In Österreich haben sich inzwischen verschiedene Unternehmen auf den Ankauf leere Patronen spezialisiert. Der Vorteil: Hier werden die Patronen der Originalhersteller verwendet. Ein Aspekt, der in einigen Fällen sogar notwendig ist – wenn es um Patronen mit einem integrierten Druckkopf geht.

Refill-Produkte: Weitere Vorteile im Überblick

Das Befüllen einer verbrauchten Tintenpatrone vermeidet Müll. Zumindest der Umwelt scheint der Refill-Gedanke zugute zu kommen. Hat das Ganze weitere Vorteile? Aus Sicht der Druckerhersteller ist die Wiederverwendung natürlich problematisch, da dies zulasten des eigenen Absatzes geht. Aber: Verbraucher wissen den Kostenvorteil zu schätzen. So lässt sich mit einem Refill-Kit für die Druckerpatrone meist mehr als eine Wiederbefüllung vornehmen – was die Druckkosten deutlich reduziert. Mitunter lassen sich die Kosten dabei laut Anbieter sogar um bis zu 95% senken.

Hinzu kommt ein weiterer Pluspunkt. Versierte Anwender können in diesem Zusammenhang Gebindegrößen nutzen, wie sie beispielsweise für Plotter vorgesehen sind. Auf diese Weise reduziert sich der Kostenfaktor noch einmal zusätzlich.

Die Pluspunkte auf einen Blick:

  • Umweltbelastung sinkt
  • Druckkosten werden reduziert
  • Refill-Produkte teilweise mit Originalpatronen
  • Test bei Refill-Patronen gibt Sicherheit

 

Übrigens: Die Sorge, durch den Refill-Prozess erhebliche Qualitätseinbußen beim Druck hinnehmen zu müssen, ist für viele Anwendungen unbegründet. In den meisten Bereichen macht sich die Wiederbefüllung nicht bemerkbar. Probleme drohen lediglich dann, wenn minderwertige Tinte zum Einsatz kommt oder durch Farbverschiebungen bei Fremdtinte.

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Geschrieben von Option

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