Reise Selbstfindung
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Reise zur Selbstfindung

Interessante Gespräche entspinnen sich, während wir durch herrliche blühende, kniehohe Wiesen stapfen: „Ach was, Du hörst Deine Gedanken?“ „Ja sicher, wie soll ich sie denn sonst wahrnehmen?“ „Hmm, also ich weiß eigentlich nicht, woher sie kommen, aber ich weiß, dass ich sie nicht höre … Aber wie kann ich sie dann haben?“

So passiert es eben, wenn man zum Start Sokrates „Wissen vom Nichtwissen“ mitbekommt. Statt weniger werden die Fragen auf dem langen Weg zwar mehr, mitunter ist auch die Verwirrung groß, letztendlich eröffnen sich dadurch jedoch gedankliche Welten, für die man bisher blind – pardon – taub war. Manfred Rühl nennt das angewandte Philosophie: „Sie ist Begleitung auf den Wegen, die zum Selbst führen. Auf diesen Wegen gibt die praktische Philosophie dem Leben Tiefe und Richtung“. Für Manfred, der nebst Philosoph auch Outdoor-Trainer ist, geht das am besten in Kombination mit Bewegung: „Wenn wir auf unseren Körper hören, spüren wir, wie das Leben gelingen kann. Bewegung ist daher für mich der direkte Weg zu Selbsterkenntnis und Veränderung“. Das hat ihn auf die Idee gebracht, mehrtägige Wandertouren zusammenzustellen, wo unter seiner Leitung gewandert, philosophiert, ausgetauscht und in sich gegangen wird.

Die Route folgt der Via Sacra, einer alten Pilgerstrecke von Wien nach Mariazell, bei jeder Tour steht ein anderer Philosoph im Mittelpunkt. An vier Tagen gibt es viel Dialog, manchmal wird man aber auch angehalten, sich einfach nur ganz der Wahrnehmung an das, was rundherum ist, hinzugeben. Auch das Gehen an sich, das unterwegs sein unter Reduktion auf das Wesentliche, trägt das Seinige dazu bei, dass sich plötzlich neue Sichtweisen ergeben, dass man einiges klarer sieht als noch vor dem Aufbruch.

Erdung mit Öko-Komfort

Diese Klarheit im Leben, das Spüren der Welt, das Bewusstsein ums eigene Ich gehen in unserer hektischen Zeit schnell mal verloren. Der Urlaub ist die beste Gelegenheit, sich da wieder etwas davon zurück zu holen. Folglich hat man doppelt was von der arbeitsfreien Zeit: zum einen macht es Spaß, den Kopf zu lüften, zum anderen zehrt man, wieder daheim im Trott, noch lange von solchen Erfahrungen.

„Wir orten eine große Sehnsucht bei den Menschen, nicht bloß nur abzuschalten sondern dabei auch richtig aufzutanken“, weiß Karin Kühbacher vom Naturhotel Lechlife, „Wir haben Pakete geschnürt, die unsere Gäste bei ihren individuellen Lebensthemen abholen. Dabei kombinieren wir Mentaltraining mit körperlicher Aktivität und Wellness“. Gäste können hier, in der beeindruckenden Umgebung des Naturparks Lech, etwa Regroundig, Wertewandel oder Neuanfang buchen. Kühbacher: „Wir haben mehrere Coaches und Therapeuten im Haus, professionelle Betreuung auf allen Ebenen – vom Yoga über Bachblütenmeditation bis hin zu Lomi Lomi Nu – ist somit garantiert“.

Im steirischen Naturpark Pöllauer Tal wiederum setzt Ulrike Retter vom gleichnamigen Hotel bei der Selbstfindung & Sinnsuche auf Yoga – und auf die am nähesten liegenden Dinge: auf die wunderschöne und inspirierende Natur rund ums Haus selbst, und vor allem auf den achtsamen Umgang mit ihr: „Demnächst, ab Ende August, lassen wir unsere Gäste auf unserem BioGut an spannenden Kochkursen teilhaben: Brot backen, Kräuter sammeln und trocknen, Marmeladen einkochen, Schnaps brennen und Biospeiseeis herstellen – glauben Sie mir, das erdet ungemein“.

Auch im Naturhotel Chesa Valisa im Kleinwalsertal spielt die Natur eine große Rolle. Sie ist eine großartige Bühne für die Yoga- und Wanderwochen des Hauses. Allerdings lädt man im Chesa Valisa häufig auch auswärtige Trainer ein, wie etwa Thomas Schneider, der „Wege zum Sein“ anbietet. „Persönliche Entfaltung im Urlaub“, bringt Schneider seine Inhalte auf den Punkt, „Es geht um Achtsamkeit – darum, Raum zu lassen zwischen einem Reiz und der sofortigen, automatisierten Reaktion. Da spielt sich unbewusst ganz viel ab.“ Um diesen Raum erkennen zu lernen, hat er viele verschiedene Übungen im Gepäck. Als Beispiel erklärt er, wie die Open-Air-Einheit abläuft: „Zuerst gehen wir in die Stille – wir schweigen eine Stunde. Danach sammeln wir die Naturimpulse, die auf uns einprasseln. Sehr spannend ist es, mit einer Fragestellung zu kommen, etwa die, was brauche ich für mein Glück? In dieser Ruhe entstehen die Antworten meist von alleine“.

Selbstfindung: Abwechslungsreiche Wege zum Ich

Auch das Team von PEM, ein Kreis von Trainern im Bereich Persönlichkeitsentwicklung, ist immer wieder im Chesa Valisa zu Gast. PEM-Mitglied Wolfgang Hackl erklärt den Ansatz: „Unsere Seminarwochen folgen keinem fixen Schema. Wir richten unsere Arbeit nach den Themen aus, mit denen die Teilnehmer ankommen.“ So unterschiedlich die individuellen Ziele auch sind – der eine fühlt sich überfordert und wünscht sich Balance, der andere sucht nach Klarheit für eine anstehende Entscheidung – lässt sich doch alles gut unter einen Hut bringen, Hackl: „Es gibt viele Techniken, von denen alle profitieren. Um themenorientiert zu arbeiten, variiere und adaptiere ich die Übungen eben entsprechend. Im Grunde genommen geht es für jeden darum, sich einfach wieder einmal mit sich selbst auseinander zu setzen. Sich selbst zu erkennen, zu erfahren, Lösungen in sich zu finden“. Eben Selbstfindung. Bewusste Körperarbeit und achtsame Bewegung in der Natur dienen als Eintrittstür zum eigenen Ich, aktives Wahrnehmen mit gezielter Gymnastik, Konzentrations- und Entspannungsübungen bringen den Kopf aus dem hirngesteuerten Logikmodus in die Intuition. Da kommt Qi Gong ebenso zum Einsatz wie Meditation, bewusste Ernährung ist ebenso ein Kapitel wie das Erkennen eigener Denkmuster, Loslassen wird ebenso geübt wie Wahrnehmen. Die Teilnehmer erwartet eine vielschichtige Seminarwoche, außerdem verspricht Hackl, „Werkzeuge mitzugeben, um die neu gewonnenen Erkenntnisse auch im Alltag einsetzen zu können“.

Selbstfindung mit der Kraft des Waldes

Das Mitnehmen von Strategien ins alltägliche Leben ist auch ein wichtiger Punkt von Waldness, einer oberösterreichischen „Erfindung“. Andreas Pangerl vom Waldness-Gründungsteam: „Es ist erwiesen, dass alleine der Aufenthalt im Wald gesundheitsfördernde Wirkung hat. Verantwortlich dafür sind die Terpene, aromatische Verbindungen, die die Bäume quasi ausatmen. Das, was wir riechen, wenn wir im Wald sind“. Es gibt eine Reihe von Studien, die etwa belegen, dass Terpene die körpereigenen Abwehrkräfte stärken und die Stresshormone reduzieren. Darauf baut das Angebot von Waldness auf, das im Almtal seine Weltpremiere feierte. Pangerl: „Wer im Wald spazieren geht, ahnt, wie stark seine Heilkraft ist. Wir geben unseren Gästen eine Anleitung mit, wie sie am besten davon profitieren und sich damit auch geistig für neue Perspektiven öffnen“. Oberförster und Waldguru Fritz Wolf vermittelt die großen Zusammenhänge im Ökosystem während er mit der Gruppe Waldfrüchte sammelt und später verkocht. Beim Wald-Vyda, das man als Yoga der Kelten bezeichnet, geht es um Körpergefühl und Konzentration und beim Waldbaden im Laybag zwischen den Latschen um totale Entspannung. Pangerl fasst die neue Marke Waldness zusammen „Nachdem Sie unser Programm absolviert haben, sehen Sie den Wald fortan garantiert mit anderen Augen. Können ihn hören, riechen und spüren – und sich selbst gleich mit. Das setzt ungeahnte mentale Kräfte frei“.

Ideen für die Selbstfindung
Sie können versuchen, außerhalb der bekannten Welt fündig zu werden und sich diversen Schamanen anvertrauen (www.visionsuche.net, www.rootscamp.at, www.schamanismus-tantra.at) – bei Letzterem inklusive halluzinogener Erfahrungen.
Sie können aber auch auf eigene Faust Außergewöhnliches tun/erleben – im Gegensatz zum reinen Entspannen aktivieren Sie dabei Gehirnteile, die im Alltag brach liegen, was wiederum frischen Schwung in den Kopf bringt. Egal ob das Abenteuer sportlich-aktiver, kreativer oder mehr mentaler Natur ist. Hier ein paar Beispiele, bei denen zudem das Gewissen grün bleibt: Birdwatching im Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel mit Übernachtung in der Vila Vita Pannonia. Luchsen oder balzenden Hirschen im Nationalpark Kalkalpen nachspüren und in der Villa Sonnwend nächtigen. Im Hotel Spirodom Quartier beziehen und die Fotoschule im Nationalpark Gesäuse besuchen.
Sie können weiters den Rucksack schultern und losziehen. Wanderern empfehlen wir Schwedisch Lappland für ein neues Raum- und Zeitgefühl: unter einer unglaublichen Weite geht hier sommers das Tageslicht nicht aus. Entdecker raten wir zum Kauf eines lonely planet (Bibel der Rucksackreisenden): ab damit für mindestens vier Wochen in ein noch nicht durch-globalisiertes Land (z. B. Indien) – Wertigkeiten und Zeitbegriffe sind danach markant verschoben.


Tipps für geführte Selbstfindung
Die nächste philosophische Pilgerwanderung mit Mag. Manfred Rühl steht unter dem Motto „Martin Buber“ und findet vom 25.-28. Oktober 2018 statt (auch andere geführte Wallfahrten). Für so eine „Reise“ muss man nicht gläubig sein – wer Innere Einkehr im christlichen Kreis sucht, ist mit „Urlaub im Kloster“ perfekt bedient.
Breiter gestaltet sich das Angebot zur Selbstfindung in den verschiedenen Ökohotels: Im Lech Life schnürt man Pakete aus mentalen, aktiven und regenerativen Bestandteilen für unterschiedliche Lebensthemen, im Hotel Retter schwört man auf die Kombination aus Yoga, erstklassiger Küche und Workshops für verschiedene Interessen wie z. B. Brot backen oder Solotango (www.retter.at; auch ideale Übernachtungsmöglichkeit für die Teilnahme an den Kreativkursen von styriansummerart.at) und im Naturhotel Chesa Valisa steht Yoga & Wandern nebst hochkarätigen Seminaren auswärtiger Trainer auf dem Programm. Yoga steht auch im Fokus der Biohotels Daberer und Biolandhaus Arche in Kärnten. In Niederösterreich bieten das Hotel Krainerhütte diverse Mentalseminare und das Lebens.Resort Ottenschlag medizinisch fundierte Burn-Out-Prophylaxe.
Die Trainer von PEM bieten mehrtägige Seminare mit maßgeschneiderten Inhalten am Hafnersee in Kärnten sowie im Naturhotel Chesa Valisa. Wer lieber auf die Kraft des Waldes setzt, bucht ein Waldnesspackage im Almtal. Selbstfindung inklusive.

Foto/Video: Shutterstock

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Geschrieben von Anita Ericson

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