Gesunde Kosmetik
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Gesunde Kosmetik

Schon längst wollen wir durch moderne Kosmetikprodukte nicht mehr „nur“ schöner aussehen. Der Trend geht immer häufiger zu Pflegeprodukten mit gesundheitlichen Effekten, die sich positiv auf den Körper auswirken.

Möglichst schadstofffrei und natürlich – das waren die Ansprüche der Pioniere der Naturkosmetik in ihren Anfängen. Börlind etwa arbeitete bereits Ende der 50-Jahre auf Kräuterkosmetik, in einer Zeit, als sich noch kaum jemand mit Themen wie Nachhaltigkeit oder Ökologie beschäftigte. Auch der Verzicht auf synthetische Emulgatoren in den späten 1960-ern von Dr. Hauschka wurde als unkonventionell gesehen. Ringana setzte vor 20 Jahren noch eines drauf: stets frisch produziert, ohne Schadstoffe, tierversuchsfrei und nachhaltig produziert sollten die Produkte sein.
Längst kein Schnee von gestern: So fand Global 2000 in jedem vierten untersuchten Kosmetikprodukt hormonell wirksame Inhaltsstoffe wie Parabene, die in Verdacht stehen, das hormonelle Gleichgewicht im Körper zu stören. Für Parabene wie Methylparaben wurden hormonschädigende Effekte auf Tiere festgestellt. Und Stiftung Warentest entdeckte 2015 kritische Substanzen in Kosmetika. Einige davon, wie aromatische Kohlenwasserstoffe, sind möglicherweise krebserregend. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auf mineralölhaltige Inhaltsstoffe verzichten, so der Rat. Diese erkannt man an Bezeichnungen wie Cera Microcristallina, Mineral Oil oder Paraffin.

„Es geht mir auch nicht um den Kosmetikeffekt, sondern um den heilenden Effekt, also darum, dass die Haut profitiert.“
Medizinierin Helga Schiller

Glänzend: TCM-Kosmetik

Heute kommen immer mehr Kosmetikprodukte auf den Markt, die nicht nur schadstofffrei und möglichst natürlich sein, sondern auch positive gesundheitliche Auswirkungen auf den Körper haben sollen. Hinter den bunten Tiegeln in den Regalen steckt oft altes Wissen, das mit neuen Herstellungsverfahren kombiniert ist. So etwa in der TCM-Kosmetik. Die Traditionell Chinesische Medizin (TCM) betrachtet den Menschen ganzheitlich und ist darauf bedacht, Ungleichgewichte zu harmonisieren. So zielt auch die TCM-Kosmetik darauf ab, die Haut wieder in Balance zu bringen. Die österreichische Firma GW Cosmetics hat mit der Marke „Master Lin“ eine Luxus-Naturkosmetiklinie mit Zutaten wie Feingold, Perle, Heilkräutern und ätherischen Ölen auf den Markt gebracht, die auf der Basis der TCM beruht.

Die Kosmetikprodukte entstanden in Zusammenarbeit mit dem buddhistischen Mönch und fernöstlichen Kräuterheilexperten Master Lin und enthalten jahrtausendealte Geheimrezepturen, die schon die chinesischen Kaiserinnen für ihre Schönheit benutzt haben sollen. Fein vermahlene wilde Seewasserperlen und Feingold sind wichtige Inhaltsstoffe der Master-Lin-Produkte. So repariert die Perle laut TCM Hautschäden und wirkt entgiftend, während Gold die Energieleitbahnen des Körpers stimuliert und ausgleichend wirkt.

Helga Schiller, traditionell westlich ausgebildete Frauenärztin in Wien und Leiterin des Instituts für Energetische Regulation ist selbst „begeisterte Anwenderin“ und kennt Master Lin persönlich. „Für mich ist wichtig, dass keine Chemie enthalten ist, denn die Haut nimmt ja sehr viele Chemikalien auf. Es geht mir auch nicht um den Kosmetikeffekt, sondern um den heilenden Effekt, also darum, dass die Haut profitiert. Ich habe keinen Zugang zur TCM und mache nur noch energetische Medizin. Das heißt, ich teste energetisch aus, ob ein Produkt stärkend oder belastend ist. Die enthaltenen Kräuter sind energetisch heilend und können vom Kleinkind bis hin zu älteren Menschen angewendet werden.“

Kosmetikcheck – Global 2000 testete in seinem zweiten Kosmetikcheck erneut Zahnpasten, Bodylotions und Rasierwässer auf Hormon-Chemikalien. Über 500 Körperpflegeprodukte aus österreichischen Drogeriemärkten und Supermärkten wurden anhand der Herstellerangaben am Produkt auf jene Inhaltsstoffe überprüft, die auf der EU-Prioritätenliste für hormonell wirksame Chemikalien stehen: 119 der 531 überprüften Körperpflegeartikel, das sind 22 Prozent, enthielten solche hormonell wirksamen Inhaltsstoffe. Vor zwei Jahren lag dieser Anteil noch bei 35 Prozent.

Mehr als Duftstoffe: ätherische Öle

Seit etwa 6.000 Jahren werden ätherische Öle bereits für gesundheitsfördernde Effekte eingesetzt, inzwischen hat sich auch die Medizinische Aromatherapie entwickelt. In Kosmetika haben sie ebenfalls eine lange Tradition. Dabei reicht ihre Wirkung weit über das „Beduften“ hinaus: Die antimikrobielle Wirkung konnte in Studien gezeigt werden, gewisse ätherische Öle wirken sogar gegen bestimmte Penicillin-resistente Stämme. Auch Herpes- und Influenza-Viren sind mögliche Einsatzgebiete. Ob durch die Nase, die Haut oder über das Badewasser aufgenommen: Weitere positive Effekte reichen, je nach Öl, von stimmungsaufhellenden über beruhigende bis hin zu antidepressiven Wirkungen.

Schutzschilde für die Haut

Wichtig ist, die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen – und davon gibt es unzählige, wie beispielsweise UV-Strahlen oder Luftverschmutzung. Immer mehr Kosmetikhersteller setzen daher auf Produkte, die mit gewissen Schutzschilden ausgestattet sind. So sorgen Anti-Pollen-Barrieren dafür, dass weniger Pollen durch die Haut in den Körper eindringen können – womit Pollenallergiker aufatmen können. Auch auf die zunehmende Verschmutzung der Luft durch CO2 oder Zigarettenrauch reagieren die Hersteller. Ein Anti-Pollution-Schutz stärkt die Abwehr der Haut vor CO2-Partikeln. Die haben nämlich auch eine Wirkung auf die Hautzellen und lassen sie schneller altern. Bekannt sind Cremes mit UVA- und UVB-Filtern, die die Haut vor Sonne schützen. Doch der neueste Trend ist ein Bluelight-Schutz: So zeigen Studien, dass die Wellen von blauem Licht wie Smartphones und Tablets auch unserer Haut zusetzen und sie schneller altern lassen. Naturkosmetikhersteller Börlind arbeitet gerade an einem solchen Produkt. Das Gesichtsöl mit Bluelight-Schutz soll im Herbst 2017 auf den Markt kommen.

Haut gezielt stärken

„UV-Filter sind ein wichtiger erster Schritt, um den Einfluss von UVA- und UVB-Strahlen auf das vorzeitige Altern zu limitieren. Aber sie müssen zu einem hochwirksamen antioxidativen, den Umweltbelastungen entgegenwirkenden und hautstärkenden Komplex kombiniert werden“, sagt Carina Sitz, Product Manager Vichy von Vichy von L‘Oreal Österreich. Immer häufiger findet man in Hautcremes zum Beispiel probiotische Wirkstoffe. Was die Bakterienkulturen, die man zumeist aus dem Joghurt kennt, im Gesicht zu suchen haben? Nicht nur in unserem Darm befinden sich nützliche Bakterien. Auch auf unserer Haut befindet sich eine mikrobielle Schicht – mit der man sich aber jahrelang nicht beschäftigt hat. Prä- und Probiotika, etwa Bifidus-Bakterien, stärken die Abwehrkraft der Haut und schützen so vor schädlichen Umwelteinflüssen.
Die Wunderwaffe der Anti-Aging-Industrie heißt zudem Hyaluronsäure. Es gibt kaum Produkt, das ohne sie auskommt. Dieser körpereigene Stoff befindet sich in den Zellzwischenräumen von Haut und Bindegewebe und vermag es, besonders viel Feuchtigkeit zu binden. Bis zu sechs Liter Wasser soll ein Gramm Hyaluronsäure speichern können, versprechen Kosmetikhersteller. Da die Haut als Erstes Feuchtigkeit verliert, sind feuchtigkeitsbindende Wirkstoffe natürlich besonders begehrt. Allerdings wird im Laufe des Lebens immer weniger Hyaluronsäure gebildet. Die Kosmetikindustrie setzt diesen Wirkstoff künstlich hergestellt gerne als Anti-Falten-Mittel ein.

Stammzellen für neue Hautzellen

Die Kombination aus Biotechnologie und Medizin macht’s möglich: Stammzellenforschung revolutioniert die Kosmetikindustrie. Embryonale Stammzellen im menschlichen Körper können als Ursprungszellen alle Zelltypen des Körpers bilden. Zudem können sie sich unbegrenzt vermehren. Bei Hautverletzungen kümmern sie sich um die Reparatur und sorgen dafür, dass neues Gewebe gebildet wird. Dabei werden pflanzliche Stammzellen aus Blüte, Blatt oder Wurzel entnommen, um zu sehen, ob sich die Zellen unter Laborbedingungen vermehren. Das Ziel ist, mithilfe von pflanzlichen Stammzellen die Abwehrkraft der Haut zu stärken und sie zur Produktion neuer Hautzellen anzuregen. Damit sind sie eine Schlüsseltechnologie nicht nur für Kosmetikhersteller. Auch die Medizin ist an Stammzellenforschung interessiert. Die Idee ist, verletztes oder krankes Gewebe durch gesundes zu ersetzen, das im Labor gezüchtet wird. So könnte einem Patienten mit Hautverletzungen etwa aus Stammzellen gezüchtete Haut transplantiert werden. Wissenschaftler haben auch schon damit experimentiert, künstliche Herzmuskelzellen anstelle des vernarbten Gewebes von Patienten mit Herzinfarkt zu ersetzen.

Alte und neue Kosmetikwirkstoffe

Aloe Vera
Die Aloe Vera gedeiht in der tropischen Wüste– und ist damit bestens für den Frischekick auf unserer Haut geeignet. Ihre gute feuchtigkeitsbildende Wirkung lässt trockene Haut aufatmen. Sogar bei Hauterkrankungen soll das Grasbaumgewächs wirksam sein: Studien attestieren positive Wirkungen von Aloe Vera auf Schuppenflechte. Die Pflanze verbessert möglicherweise auch Neurodermitis sowie die Wundheilung der Haut.

Basische Pflege
Basen-Kosmetik vertritt den Ansatz, dass eine gesunde, strapazierfähige Haut sowie das Bindegewebe basisch sind. Basische Produkte neutralisieren und schützen demzufolge die Haut vor einer Säurebelastung, wodurch die Haut weniger schnell altert. Falten und Cellulitis werden als Folgen der Übersäuerung angesehen.

Gold
TCM-Kosmetik setzt auf das Edelmetall in Form von Feingold. Schon Paracelsus schätzte Gold als Universalheilmittel, in der Antike wurde es als Schutz vor Hautentzündungen und zum Kühlen von Schwellungen eingesetzt. Auch die westliche Medizin setzt auf Gold: So wird es etwa bei Autoimmunerkrankungen wie Rheumatoider Arthritis eingesetzt.

Hanföl
Die Inhaltsstoffe der gepressten Hanfsamen können eine positive Auswirkung auf Hauterkrankungen wie Neurodermitis haben, wie eine Studie gezeigt hat. Hanföl enthält reichlich Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, denen schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkungen nachgesagt werden. Da es Juckreiz verringern und trockene Haut lindern kann, wird Hanföl beispielsweise in Hautcremen eingesetzt.

Perlen
Perlenpuder hat in Asien eine lange Tradition: Der TCM zufolge repariert vermag es die Perle, Hautschäden zu reparieren. Reich an Aminosäuren und Kalzium soll sie nicht nur entzündungshemmend wirken, sondern auch ausgleichend auf den pH-Wert der Haut wirken. Moderne Studien zeigen, was die alten Meister wussten: So hilft Perlenpuder der Haut bei der Regeneration, lindert Reizungen und fördert die Heilung von Verletzungen. Es soll zudem Unebenheiten ausgleichen, den Hautton aufhellen sowie Fältchen und kleine Linien reduzieren. Somit eignet sich die Perle etwa bei geschädigter Haut, etwa durch häufiges Sonnenbaden, bei Neurodermitis oder Ekzemen. Perlenpuder soll zudem helfen, Falten und Altersflecken vorzubeugen.

Salz
Die medizinischen Wirkungen von Salzbädern auf Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis sind bekannt. Solebäder stärken das Immunsystem, regen die Durchblutung an und können Schmerzen und Entzündungen lindern. Durch Solebäder nimmt der Körper nicht nur Mineralstoffe und Spurenelemente aus der Sole über die Haut auf, sondern kann zugleich Giftstoffe des Köpers an das Wasser abgeben. Das geht auch daheim: Für ein Vollbad benötigt man etwa 1 kg Salz (am besten Meersalz oder Salz aus dem Toten Meer). Dann für ca. 20 min. bei ca. 35-36°C ab in die Wanne, danach nicht duschen und am besten einige Zeit lang ausruhen.

Foto/Video: Shutterstock

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Geschrieben von Sonja Tautermann

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