SDG - Sustainable Development Goals
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Was sind SDG?

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung – Sustainable Development Goals SDG

Die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen wurden vor drei Jahren beschlossen und zielen auf die Herausforderungen der globalen Gesellschaft ab. 17 SDG-Ziele sollen den Weg in eine bessere Welt ebnen.

Wir sehen eine Welt vor uns, die frei von Armut, Hunger, Krankheit und Not ist und in der alles Leben gedeihen kann

Die Welt steht vor zahlreichen Herausforderungen. Klimawandel, Armut und Hunger sind einige davon. Im Jahr 2015, am 25. September, haben deshalb die Vereinten Nationen die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Darin enthalten sind die 17 SDGs – die Sustainable Development Goals oder übersetzt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung.

Erstmals wurden solche Ziele für alle Mitgliedsnationen gleichermaßen gesetzt. So spricht man von einem neuen vernetzten Denken der Vereinten Nationen, die erkannt haben, dass Armut, Umweltzerstörung, Ungleichheit, Produktions- und Konsumweisen, Korruption und viele weitere Probleme keine regionalen Herausforderungen mehr sind. Die Agenda besagt, dass alle Ziele für alle Länder gelten. Unterzeichnet haben die Agenda 2030 alle 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen. Damit bekennen sie sich zur Umsetzung der SDGs auf nationaler und internationaler Ebene.

Die 17 SDGs im Überblick

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Die 17 SDGs der Agenda 2030 formulieren noch weitere 169 Unterziele. Insgesamt sollen die SDGs zu einer „Transformation unserer Welt“ führen: „Wir sehen eine Welt vor uns, die frei von Armut, Hunger, Krankheit und Not ist und in der alles Leben gedeihen kann“, steht etwa in der Übereinkunft. Aber die Ziele führen noch viel weiter und umfassen Umweltschutz genauso wie Bildung und Gleichberechtigung sowie eine nachhaltige und stabile Wirtschaft:

  • SDG 1: Armut in allen ihren Formen und überall beenden

Bis 2030 soll extreme Armut beseitigt sein. Das betrifft nach derzeitiger Definition Menschen, die mit weniger als 1,25 Dollar pro Tag auskommen müssen. Der Anteil der Armut „in allen ihren Dimensionen“ soll halbiert werden.

  • SDG 2: Kein Hunger

Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern, haben in SDG 2 oberste Priorität.

  • SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern, ist erklärtes Ziel der Vereinten Nationen. So sollen unter anderen die Mütter- und Säuglingssterblichkeit reduziert werden. Genauso wie die Anzahl der Todesfälle durch Unfälle gesenkt. Auch die Reduktion von Drogenmissbrauch ist unter anderem in den Unterzielen verankert.

  • SDG 4: Hochwertige Bildung

Die UN will mit ihrer Agenda in Zukunft eine inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern.

  • SDG 5: Geschlechtergleichstellung

Der Diskriminierung von Frauen und Mädchen will die UN weltweit ein Ende setzen.

  • SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitärversorgung

Bis 2030 wollen die Vereinten Nationen den allgemeinen und gerechten Zugang zu sauberen und bezahlbarem Trinkwasser für alle erreichen.

  • SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie

Zur Erreichung des 7. Ziels soll unter anderem der Anteil erneuerbarer Energien deutlich erhöht werden und die Energieeffizienz gesteigert.

  • SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Ein Ziel ist es, ein dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle zu fördern.

  • SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur

Der Aufbau einer widerstandsfähigen Infrastruktur, die Förderung einer breitenwirksamen und nachhaltigen Industrialisierung und Unterstützung von Innovationen sind weitere Ziele der UN.

  • SDG 10: Weniger Ungleichheiten

Das betrifft Ungleichheiten in und zwischen den Ländern und soll die Chancengleichheit erhöhen. Dazu zählen unter anderem die Stärkung von Entwicklungsländern und auch eine gut gesteuerte und planvolle Migrationspolitik.

  • SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden

Bezahlbarer Wohnraum, die Sanierung von Slums und zur Verfügungstellung von öffentlichen Verkehrsmitteln stehen hier unter anderen am Programm.

  • SDG 12: Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster

Bis 2030 will die UN die nachhaltige Bewirtschaftung und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen erreichen und zum Beispiel die Nahrungsmittelverschwendung halbieren.

  • SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz

Klimaschutz soll verstärkt in die nationalen Politiken, Strategien und Planungen einbezogen werden. Auch Aufklärung und Sensibilisierung sollen laut UN verstärkt werden.

  • SDG 14: Leben unter Wasser

Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung zu erhalten und nachhaltig zu nutzen, steht im Vordergrund dieses SDGs.

  • SDG 15: Leben an Land

Hier stehen folgende Ziele im Vordergrund:

  • Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern,
  • Wälder nachhaltig bewirtschaften,
  • Wüstenbildung bekämpfen,
  • Bodendegradation beenden und umkehren und
  • dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

 

  • SDG 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Dazu gehört es, friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung zu fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz zu ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufzubauen.

  • SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Darin wird zum Beispiel den Gebern öffentlicher Entwicklungshilfe nahegelegt, die Bereitstellung von mindestens 0,20 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens zugunsten der am wenigsten entwickelten Länder als Zielsetzung zu erwägen.

Die Unterpunkte aller SDGs im Detail finden Sie zum Beispiel hier.

Die SDGs in der Praxis

Alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen verpflichten sich zur Hinarbeitung auf die Umsetzung der Agenda 2030 mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene bis zum Jahr 2030. In Österreich wurden mit dem Ministerratsbeschluss vom 12. Jänner 2016 alle Bundesministerien zur kohärenten Umsetzung der „Agenda 2030“ beauftragt.

Erst kürzlich kritisierte jedoch die Organisation SDG Watch Austria – eine zivilgesellschaftliche Plattform für die Verwirklichung der UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung mit über 130 Mitgliedsorganisationen – die Umsetzung der SDGs in Österreich: „Im Vergleich zu den meisten Ländern fehlt es in Österreich an einer Strategie zur Umsetzung der Agenda 2030. Es gibt keinen koordinierten und langfristigen Plan, wie man die Ziele erreichen will. Es braucht auch eine systematische Einbeziehung der Zivilgesellschaft und mehr Transparenz“, sagt etwa Annelies Vilim, Geschäftsführerin des Dachverbands AG Globale Verantwortung anlässlich der Veröffentlichung des Berichts des Rechnungshofes zur Umsetzung der Agenda 2030 und der UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung im Juli 2018.

Monitoring und Report

Für das internationale Monitoring der SDGs wurde von der „UN Inter-Agency and Expert Group on SDG Indicators (IAEG-SDGs)“ ein globales Indikatorenrahmenwerk von 230 Indikatoren erarbeitet. Die Veröffentlichung der Messdaten erfolgt (online auf https://unstats.un.org/sdgs) in einem jährlich von den Vereinten Nationen publizierten „Sustainable Development Goals Report“. Im 2018 erschienenen Report wird unter anderem die Reduktion von Mütter- und Kleinkindsterblichkeit in Afrika bestätigt und festgestellt, dass sich der Zugang zur Elektrizität verdoppelt hat. Trotzdem bleiben laut Report zahlreiche Probleme, wie zum Beispiel Jugendarbeitslosigkeit, schlechte Sanitärausstattungen in vielen Regionen oder mangelnde Gesundheitsversorgung bestehen und beschreiben damit auch gleich die Herausforderungen für die Zukunft.

Understanding the Dimensions of Sustainable Development (German)

Dimensionen nachhaltiger Entwicklung verstehen

Foto/Video: Shutterstock, UN

Geschrieben von Karin Bornett

Bloggerin in der Option-Community, freie Journalistin und Texterin. Technikaffines Labradorfrauchen mit großem Interesse an Innovation und Nachhaltigkeit, Gefallen für Dorfidylle und Faible für urbane Kultur.

www.karinbornett.at

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